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COVID-19 / Corona: Zeit zwischen Krankheitssymptomen von Virus-Überträgern und -Empfängern

12.03.2020

csm Fotolia Sebastian Kaulitzki 5971466 XS.jpg 859fd8e7b47cd86df959e47b5d1a9cd2 93e8c0969d

Wissenschaftler untersuchten, wie viel Zeit zwischen dem Krankheitsbeginn des Virus-Überträgers und dem Krankheitsbeginn des Virus-Empfängers vergeht (Serienintervall). Ihren Schätzungen zufolge lag das mediane Serienintervall zwischen 4,0 und 4,6 Tagen.

Wenn ein naher Kontakt an COVID-19 erkrankt ist, besteht die Gefahr, dass man sich bei ihm angesteckt hat. Doch wann sind im Falle einer Ansteckung mit eigenen Krankheitssymptomen zu rechnen? Wissenschaftler aus Japan untersuchten das Serienintervall von COVID-19. Damit ist der Zeitraum zwischen dem Krankheitsbeginn der ersten Person und dem Krankheitsbeginn der zweiten Person, die sich bei der ersten Person angesteckt hat, gemeint.

Wissenschaftler analysierten die Daten von Virus-Überträgern und Virus-Empfängern

Die Wissenschaftler sammelten aus veröffentlichten Forschungsberichten und Falluntersuchungsberichten Daten von 28 Paaren (infizierte Person (Virus-Überträger) und Person, die sich bei der infizierten Person angesteckt hat (Virus-Empfänger)). Die Wissenschaftler interessierten sich speziell für den Krankheitsbeginn – genauer: für die Zeit zwischen dem Krankheitsbeginn der ersten Person und dem Krankheitsbeginn der zweiten Person, die von der ersten Person angesteckt wurde (Serienintervall). Als Krankheitsbeginn wurde der Zeitpunkt definiert, an dem die infizierte Person Krankheitssymptome aufwies, die zu denen von COVID-19 passten. Die Wissenschaftler beurteilten die Glaubwürdigkeit der Daten und analysierten einmal den kompletten Datensatz (28 Paare) und einmal nur die Daten mit der glaubwürdigsten Berichterstattung (18 Paare).

Zwischen Symptomen beim Virus-Übertrager und Symptomen beim Virus-Empfänger lagen durchschnittlich 4,7 Tage.

Auf Grundlage der Daten aller Paare schätzten die Wissenschaftler, dass das mediane Serienintervall 4,0 Tage (95 % CI: 3,1–4,9 Tage) betrug. Das durchschnittliche Serienintervall lag bei 4,7 Tagen. Wurden nur die glaubwürdigsten Daten für die Analyse herangezogen, kamen die Wissenschaftler auf ein medianes Serienintervall von 4,6 Tagen (95 % CI: 3,5–5,9 Tage) und ein durchschnittliches Serienintervall von 4,8 Tagen.

Das mediane Serienintervall – also die Zeit zwischen dem Krankheitsbeginn des ersten Infizierten und dem Krankheitsbeginn der Person, die sich bei diesem angesteckt hat – lag den Schätzungen zufolge bei 4,0 bis 4,6 Tagen. Das bedeutet, dass die Hälfte der Personen, die sich bei der infizierten Person angesteckt haben, innerhalb von 4,0 bzw. 4,6 Tagen nachdem die infizierte Person erste Krankheitssymptome aufwies, selbst Krankheitssymptome zeigten. Damit scheint die Zeit kürzer zu sein als die mediane Inkubationszeit, die einer aktuellen Studie zufolge bei etwa 5,1 Tagen liegt (Studie von Lauer und Kollegen, 2020 in der medizinischen Fachzeitschrift Annals of internal medicine veröffentlicht). Somit ist es wahrscheinlich, dass die Übertragung in vielen Fällen präsymptomatisch verläuft – also schon bevor der Überträger Krankheitssymptome zeigt (s. Abbildung unten).

Die aktuelle Datenlage spricht dafür, dass häufig das Virus schon vor Beginn von Krankheitssymptomen übertragen wird:



Quelle: DeutschesGesundheitsPortal DGP

Nishiura H, Linton NM, Akhmetzhanov AR. Serial interval of novel coronavirus (COVID-19) infections. Int J Infect Dis. 2020 Mar 4. pii: S1201-9712(20)30119-3. doi: 10.1016/j.ijid.2020.02.060. [Epub ahead of print]

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