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Medizin
Allgemeinmedizin


Körperliche Reaktionen bei Angst

01.03.2019

Welche Rolle spielt Angst bei Herzerkrankungen?
Welche Rolle spielt Angst bei Herzerkrankungen?

Angst gehört ebenso wie Freude, Trauer, Wut, Überraschung und Ekel zu unseren sechs Grundgefühlen und ist somit eine „Basisemotion“. Im Gegensatz zur Freude erleben wir Angst meist als sehr unangenehm. Basisemotionen sind jedoch ein wichtiger Bestandteil unseres Überlebens.

Sie sind schon sehr „alt“, d.h. Jahrmillionen von Jahren, und damit tief in uns Menschen verankert. Angst ist dabei in erster Linie eine biologisch sinnvolle Reaktion des Organismus auf eine wahrgenommene Bedrohung. Sie geht mit einer komplexen und umfassenden körperlichen Reaktion einher und löst in der Regel einen starken Handlungsdrang aus: Kampf oder Flucht. Angst bereitet den Körper darauf vor, das eigene Überleben zu sichern (Abbidlung). Die Angstreaktion sorgt beispielsweise dafür, dass Blut in die großen Muskeln gepumpt und an anderer Stelle abgezogen wird („kalte Füße“), um möglichst schnell laufen oder effektiv kämpfen zu können.

Psychologisch spricht man von einer adaptiven (lat. adaptare: anpassen) Reaktion des Körpers, sich effektiv an die Gefahr oder die Interpretation „ich bin in Gefahr“ (also eine Bedrohung) anzupassen. Diese Reaktion wird innerhalb von Bruchteilen von Sekunden ausgelöst. Eine genaue „Analyse“ der Bedrohung und die erst anschließende bewusste Entscheidung, den Körper jetzt doch „hochzufahren“, würden viel zu lange dauern.

Wahrgenommene Bedrohungen können jedoch auch ohne „äußere“ Gefahren eintreten. Wenn wir körperliche Zustände wie Schmerzen oder Engegefühle in der Brust als Gefahr interpretieren, kann das durchaus realistisch sein und somit einer „realen Angst“ entsprechen. Ein Herzinfarkt macht schließlich ähnliche Beschwerden.

Ob aber wirklich eine Gefahr vorliegt, lässt sich in diesem Moment gar nicht sagen. Engegefühle oder Schmerzen können schließlich nicht nur durch Herzerkrankungen ausgelöst werden, so dass letztlich nur eine entsprechende Untersuchung Aufschluss geben kann. Der Betroffene bleibt also zunächst mit seiner Angst vor einer Herzerkrankung allein. Weder Flucht (vor seinem Herzen kann man nicht weglaufen) noch Kampf (es empfiehlt sich auch nicht, sein Herz als „Angreifer“ anzusehen und zu „eliminieren“) sind sinnvolle Reaktionen.

Quelle:
Eckelt S., Hermes S.: Körperliche Reaktionen bei Angst. In: Schubmann r., Eckelt S., Hermes S., Leithäuser B.: Psycho-Kardiologie Kompakt. Verständlich auf den Punkt gebracht. Spitta 2019. 71-73

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