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Sport
Sportmedizin


Sportausschuss informiert sich über Verletzungsprävention im Spitzensport

16.05.2019

Prävention vermindert das sportliche Verletzungspotenzial
Prävention vermindert das sportliche Verletzungspotenzial

Die Umsetzung verletzungspräventiver Maßnahmen ist nicht selbstverständlicher Bestandteil von Training und Wettkampf deutscher Spitzensportler. Das wurde bei den Ausführungen der geschäftsführenden Vorstände der Stiftung Sicherheit im Sport, David Schulz und Claus Weingärtner, am 8. Mai 2019 vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin deutlich. Die Umsetzung der Maßnahmen ist ihrer Aussage nach vielmehr davon abhängig, welche Sensibilität, welche Kenntnisse und welche Kompetenzen bei den jeweiligen Funktionären, Trainern und Physiotherapeuten vorhanden sind.

Vor dem Hintergrund, dass der Staat große Summen in den Spitzensport investiere, sei es nicht nachvollziehbar, warum Sportunfallprävention im Sinne eines Qualitätsmerkmals nicht schon längst flächendeckend implementiert ist, sagte Schulz. Gerade im Spitzensport seien die Belastungen sehr hoch, so der Stiftungs-Vorstand. Weniger verletzt zu sein, könne ein klarer Wettbewerbsvorteil im internationalen Wettbewerb sein.

Um bei der Verletzungsprävention im Spitzensport voranzukommen müsse es eine flächendeckende Erfassung von akuten und chronischen Verletzungen im Spitzensport – möglichst über bereits bestehende Betreuungssysteme wie etwa Olympiastützpunkte – geben, forderten Schulz und Weingärtner. Die erfassten Daten müssten in einer zentralen Datenbank zur Auswertung gespeichert und die Analysen der Daten zur individuellen Trainingssteuerung sowie zur Etablierung präventiver Maßnahmen in den Trainingsalltag bereits bei Nachwuchsathleten genutzt werden, regten sie an.

Benötigt würden auch die Erforschung, Entwicklung und Evaluierung von sportartspezifischen Präventionsmaßnahmen im Spitzensport unter Einbezug der in dieser Sportart typischen akuten und chronischen Verletzungen. Weiter sprachen sich Schulz und Weingärtner für einen regelmäßigen fachlichen Austausch „zwischen den relevanten Stakeholdern im Spitzensport“ mit dem Ziel aus, die Anzahl und Schwere von akuten und chronischen Verletzungen in diesem Bereich zu reduzieren.

Stiftungs-Vorstand Weingärtner ging auch auf den Breitensport ein. Insgesamt gebe es in Deutschland pro Jahr schätzungsweise zwei Millionen Sportunfälle, sagte er. Während es im Vereinssport sowie im Kita-, Schul- und Hochschulsport in unterschiedlichem Umfang Prävention gebe, finde diese im frei betriebenen Sport ebenso wie in den privaten Fitnessstudios nicht statt, beklagte er. Etwa ein Drittel der Sportunfälle sei immerhin in diesem Segment zu verorten.

Nur in einem sehr geringen Anteil sind nach Ansicht Weingärtners Sportunfälle als Pech abzuhaken. Es sei nachweisbar, dass Anzahl und Schwere von Verletzungen im Sport durch entsprechende Präventionsmaßnahmen positiv beinflussbar seien. Einen Einfluss auf die Zahl an Unfällen könnten auch sichere oder eben unsichere Sportstätten haben. Mehr Fairness im Sport würde sich ebenfalls positiv bemerkbar machen. Die Risiken, die die einzelnen Sportler eingehen, um Erfolge zu erzielen, würden auch die Gefahr von Verletzungen erhöhen, sagte Weingärtner. Mit Präventionsmaßnahmen innerhalb des Trainingsbetriebes könne aber dazu beigetragen werden, die körperlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, um mutmaßlich gefährliche Situationen ohne Verletzung zu überstehen.

Quellen:
DOSB I Presse, Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Nr. 20, 14. Mai 2019
Informationsdienstes „Heute im Bundestag“ (hib 528/2019) hervor.

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